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Land und Leute

Seit einem halben Jahrhundert zieht der legendäre westafrikanische Gambia-Strom die Europäer in seinen Bann. Waren es zunächst Abenteurer, Eroberer, Händler und später Sklavenhändler, die vom Atlantik her den einst so gefahrvollen Weg in den afrikanischen Kontinent wagten, so sind es heute mehr und mehr Urlauber, denen die Errungenschaften der modernen Technik den Zugang zu Schwarzafrika inzwischen leicht machen. Längst zählt Gambia nicht mehr zu den «Fernreise-Zielen“. Dieser kleinste afrikanische Staat gehört zu den liebenswürdigsten und interessantesten Ländern des grossen Kontinents und ist heute problemlos zu bereisen.
Durch das angenehme Klima und die kilometerlangen Naturstrände ist Gambia für Erholungssuchende, insbesondere während des europäischen Winters, ein ideales Urlaubsziel; die Wassertemperaturen des Atlantiks erlauben eine ganzjährige Badesaison.
Gambia hat aber noch mehr zu bieten: Traditionelles afrikanisches Landleben, Städte, Märkte und Handelsplätze sind für den Besucher ebenso leicht zugänglich wie die abwechslungsreiche Fluss- und Savannenlandschaft mit ihren faszinierenden Pflanzenund Tierwelt.
In der 1965 unabhängig gewordenen ehemaligen britischen Kolonie begegnen dem Besucher auf engem Raum zahlreiche Völker Westafrikas mit ihren verschiedenen Traditionen und Kulturen, und sie alle bestechen durch ihre Herzlichkeit, Offenheit und Fremdenfreundlichkeit, durch ihren Stolz und ihre Würde und nicht zuletzt durch ihre attraktive Erscheinung. Eine der grossen Attraktionen Gambias ist seine Vogelwelt
.Die einst auch für Westafrika typischen Grosswildarten sind in diesem Gebiet zwar seit der Jahrhundertwende weitgehend ausgerottet. Doch die immer noch stattlichen Reste einer reichhaltigen Flora und Fauna, vor allem eines Paradieses für Ornithologen mit weit über viehhundert Vogelarten, werden heute durch vorbildliche Naturschutzarbeit nicht nur erhalten, sondern gleichzeitig auch der Öffentlichkeit – vor allem im Abuko Nature Reserve – zugänglich gemacht.
Diesen Charakter als Mikrokosmos West-Afrikas macht Gambia zu einem idealen Reiseziel, die nicht nur Sonne und Meer geniessen wollen, sondern Afrika begegnen, einen Einblick in seine Kulturen und Traditionen erhalten wollen und für diejenigen, die den Dialog suchen.
Musik
Gambia bietet ideale Voraussetzungen zum Studium westafrikanischer Musikkulturen. Das Zusammenleben verschiedenster Volksgruppen mit ihren unterschiedlichen musikbezogenen Traditionen auf engstem Raum macht Gambia zu einem musikalischen Mikrokosmos. Jede gambische Volksgruppe hat ihre Berufsmusiker, hochangesehene Künstler, die ihre Musik seit Generationen innerhalb ihrer Familie weitervererben. Diese Jali, wie sie in der Sprache der Mandinkas genannt werden, sind in der schriftlosen Kultur Westafrikas Träger und Vermittler der volkseigenen Geschichte und Ethik.
Ein Beispiel, dass auch schon sehr junge Jalis ihre Kultur nach Europa tragen, ist Pa Bobo Jobarteh, der Sohn des berühmten Koraspielers Malamini Jobarteh. Aufgrund der unterschiedlichen Ethnien finden sich in Gambia auch unterschiedliche Musikarten und Instrumente. Gesang und Tanz werden begleitet von verschiedenen Trommeltypen (Tama, Djembe,Boucarabou, Sabar), von faszinierenden Saiteninstrumenten (der 21-saitigen Kora, dem 5-saitigen Dusengum, der einsaitigen geigenähnlichen Riti), dem Balaphon (einem Xylophon), von Flöten oder vielfältigen Perkussionsinstrumenten. Seit Mitte der 70er Jahre entwickelte sich in Senegal/ Gambia eine eigenständige Popmusik, deren bekannteste Vertreter Youssou N'Dour und Baaba Maal sind.
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